Zehnkampf

Geschichte

Zehnkampf besteht, wenn man es einfach auf den Punkt bringt, aus:
1. Tag: 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoß, Hochsprung, 400 Meter
2. Tag: 110 Meter Hürden, Diskuswurf, Stabhochsprung, Speerwurf und 1500 Meter

Er ist die Verbindung von Kraft, Koordination, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer.

 

Seine Geschichte reicht schon weit zurück. Bereits im alten Griechenland stand ein Fünfkampf (Pentathlon) auf dem Programm der antiken Olympischen Spiele, und im vergangenen Jahrhundert gab es Mehrkämpfe auf deutschen Turnfesten – fast immer mit leichtathletischen Disziplinen.

 

Die Geschichtsschreiber sind sich allerdings nicht ganz einig, wo und wann der erste Zehnkampf nach dem heute gültigen Reglement stattfand. Es muss um die Jahre 1911/1912 gewesen sein. Als Ort des ersten Zehnkampfs ist auch die deutsche Stadt Münster im Gespräch. Allgemein einigte man sich jedoch auf die Olympischen Spiele 1912 in Stockholm/Schweden.

 

Seither schon gelten die Zehnkämpfer als "Könige der Athleten". Der König von Schweden erkannte das ungeheuere Ausmaß an notwendiger Willenskraft und Konzentration im Verlauf von zwei Tagen mit bis zu 13 Stunden Wettkampfdauer und ehrte den ersten Olympiasieger Jim Thorpe mit den Worten: "Sie sind der wahre König der Athleten!" Jim Thorpe erregte aber nicht nur wegen seiner für damalige Verhältnisse phänomenalen Leistung Aufsehen. Dem Amerikaner indianischer Abstammung wurde als erstem Leichtathleten wegen Verstoßes gegen die Amateurstatuten – er hatte als Baseballprofi kleine Geldbeträge angenommen – die Olympische Goldmedaille aberkannt. Zehnkämpfer zeichneten sich schon von je her für ihren eigenen Kopf aus.

 

Zehnkampf, das bedeutet Kampf um Punkte, Zentimeter und Hundertstel-Sekunden – gegen Hitze, Kälte, Regen und vor allem gegen sich selbst. Wer kennt nicht die Bilder von torkelnden und müden Athleten, die sich nach dem abschließenden 1500-m-Lauf in die Arme fallen? Zehnkämpfer sind Gegner und Freunde zugleich, da sie oft im zweitägigem Kampf aufeinander angewiesen sind: Höhen und Tiefen, Hoffnung, Wut, Kampfkraft und Entschlossenheit wechseln sich in kürzesten Abständen ab. Kaum eine andere Disziplin der Leichtathletik hat so viele Schicksale, dramatische Geschehnisse und Legenden zu erzählen, und in keiner anderen Disziplin waren deutsche Athleten so erfolgreich wie im Zehnkampf.

Namen wie Willi Holdorf, Graf Werner von Moltke, Hans-Joachim Walde, Kurt Bendlin, Joachim Kirst, Guido Kratzschmer, Jürgen Hingsen, Siggi Wentz, Thorsten Voss und Christian Schenk sind unvergessen. Fortgesetzt wurden ihre Erfolge in den neunziger Jahren von Paul Meier und Frank Busemann.

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