Was macht den Reiz des Zehnkampfes aus? Ich glaube jeder Zehnkämpfer hat eine andere Antwort darauf.
Bei mir ist es der innere Schweinehund, den man fast täglich besiegen muss. Es stärkt das Selbstbewusstsein, trainiert die Psyche und, na gut, auch den Körper. Spaß spielt natürlich auch eine große Rolle, ohne ihn könnte man kein ganzes Jahr Tag für Tag trainieren. Ich habe oft gezweifelt, ob ich lieber zu einer Einzeldisziplin wechseln sollte oder nicht. Aber ich kam immer wieder zum gleichen Entschluss: Zehnkampf und das mit ganzem Herzen. Das Schöne am Zehnkampf ist, dass man vielseitig aufgebaut, trainiert sein muss. Man kommt nie in Konflikt mit sich, ob es jetzt schädlich ist, Snowboard oder Surfen zu gehen, Beachvolleyball, Fußball, Badminton oder Basketball zu spielen. Man sollte sich nur nicht überschätzen. Aber spätestens wenn man mit Sportlern aus anderen Sportarten zusammen ist oder sie sogar ausprobieren will, merkt man wie schwierig jede von ihnen ist, und dann holt einen die Realität wieso wieder ein. Im Zehnkampf lernt man, in schnellster Zeit mit Niederlagen und Erfolg umzugehen. Es wird nie alles perfekt laufen, aber wer am besten mit Freud und Leid umgehen kann, ist deutlich im Vorteil. Und es ist schlussendlich egal, in welcher Lebenssituation man steckt - umso eher man das lernt desto leichter fällt es einem Leben. Ich glaube, man konnte bisschen hinter meine Fassade schauen und erkennt, warum ich diese Disziplin so liebe. Und wer es noch nicht ganz erkannt hat, den lade ich gerne zu meinem nächsten Zehnkampf ein. Denn dort kann man es hautnah erleben, wie eng Sieg und Niederlage zusammen liegen.